Die Digitalisierung im Kleingartenwesen ist längst kein abstraktes Zukunftsszenario mehr, sondern eine notwendige Entwicklung, um Vereine und Verbände zukunftsfähig zu machen. Doch während die Vorteile auf der Hand liegen – effizientere Verwaltung, bessere Kommunikation, mehr Transparenz – gibt es auch Herausforderungen, die nicht ignoriert werden dürfen. Ein häufig genannter Kritikpunkt ist der Widerstand einiger Mitglieder oder Vorsitzender, die an der analogen Kommunikation festhalten. Ebenso werden die Kosten der digitalen Umstellung oft als Hürde angesehen. Doch sind diese Bedenken wirklich gerechtfertigt?
Investition statt Belastung
Ja, die Digitalisierung erfordert Investitionen – in Software, in Schulungen und ggf. in Infrastruktur und Zeit. Aber diese Kosten sind gut angelegt. Was man nicht von der Handweisen sollte sind die Kosten die dadurch an Arbeitszeit im Ehrenamt eingespart werden. Wer heute in digitale Prozesse investiert, sorgt dafür, dass der Verein oder Verband langfristig handlungsfähig bleibt. Gerade mit Blick auf den Generationswechsel ist es essenziell, nicht alles in Papierform oder auf veralteten Systemen zu belassen. Junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, erwarten zeitgemäße Strukturen. Wer möchte in ein Amt eintreten, in dem noch mit Karteikarten und Papierlisten gearbeitet wird?
Die Weichen für die Zukunft müssen jetzt gestellt werden! Denn digitale Transformation ist kein Projekt, das man einfach einmal „installiert“ und dann läuft es. Es ist ein Prozess, der Zeit und vor allem Mitnahme aller Beteiligten erfordert.
Digitale Transformation ist keine Gießkanne
Ein häufiger Fehler in der Digitalisierung ist der Versuch, alles auf einmal umzustellen. Doch digitale Transformation ist keine Gießkanne, die man oben in den Verein schüttet und unten kommt das perfekte digitale System heraus. Vielmehr ist es ein individueller Prozess, der sich an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Vorstände und Mitglieder orientieren muss.
Hier spielt die digitale Affinität der Mitglieder eine große Rolle. Während einige problemlos mit Cloud-Systemen, Vereinssoftware oder digitalen Abrechnungen umgehen können, benötigen andere mehr Unterstützung. Deshalb ist Schulung ein zentraler Bestandteil der digitalen Transformation. Es geht nicht nur darum, Tools einzuführen, sondern auch darum, alle Mitglieder in ihrer Nutzung zu befähigen.
Ehrenamt attraktiv gestalten – mit digitalen Lösungen
Gerade in der heutigen Zeit, in der es immer schwieriger wird, Ehrenamtliche für Vorstandsarbeit zu gewinnen, sollten Vereine überlegen, wie sie sich modern aufstellen. Ein Ehrenamt, das mit Papierstapeln, unzähligen Ordnern und chaotischer Zettelwirtschaft verbunden ist, schreckt viele potenzielle Kandidaten ab. Digitale Werkzeuge können die Arbeit erleichtern, Prozesse automatisieren und das Ehrenamt wieder attraktiver machen.
Best Practices – Lernen von anderen
In der Diskussion um Digitalisierung wurden bereits zahlreiche Tipps ausgetauscht. Doch ein wichtiger Aspekt fehlt oft: Warum nicht Best Practices aus erfolgreichen Umstellungen sammeln und für alle verfügbar machen?
- Wie haben andere Vereine ihre Mitglieder in die Digitalisierung eingebunden?
- Welche Schulungskonzepte haben sich bewährt?
- Welche digitalen Tools erleichtern die Vereinsverwaltung tatsächlich?
Digitale Transformation bedeutet nicht, im stillen Kämmerlein zu tüfteln, sondern gemeinsam zu lernen und auszuprobieren. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern eine Chance, den Verein zukunftssicher aufzustellen und gleichzeitig die ehrenamtliche Arbeit zu erleichtern. Jetzt ist die Zeit, mutig voranzugehen!
Es ist wichtig, nicht nur über Digitalisierung zu sprechen, sondern auch alle mitzunehmen – egal ob jung oder alt. Wir finden es nicht richtig, ältere Vorsitzende oder Mitglieder zu kritisieren, weil sie sich mit digitalen Neuerungen schwerer tun. Viel wichtiger ist es, sie an die Hand zu nehmen, zu zeigen, was möglich ist, und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Digitalisierung darf kein Spalt zwischen den Generationen sein, sondern muss als gemeinsamer Weg verstanden werden, um Vereine langfristig zukunftsfähig aufzustellen.
Die Einführung einer neuen Software ist eine hervorragende Gelegenheit, über den eigenen Schatten zu springen und den Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ zu hinterfragen. Denn mit „Das haben wir schon immer so gemacht“ wird es nicht nur schwer, sondern noch schwieriger, die nächste Generation an Vorständen für das Ehrenamt zu gewinnen. Wer junge Menschen einbinden will, muss ihnen moderne und praktikable Strukturen bieten – und genau hier liegt die große Chance der digitalen Transformation.